
Aristidou, Wiegers und das MKO
Abokonzertreihe
12.11.2026, 20 Uhr
Prinzregententheater
HEIMAT IN DER FREMDE – FREMDE IN DER HEIMAT.
Im Schaffen von Claude Vivier und Chaya Czernowin ist diese Dialektik existenziell. Als Waisenkind unbekannter Eltern, Homosexueller und Frankokanadier sieht sich Vivier mehrfach ausgegrenzt. Die lebenslange Suche nach seiner leiblichen Mutter führt ihn nach Paris, wo er im März 1983 von einem Prostituierten ermordet wird. Drei Jahre zuvor gedenkt er mit ›Lonely Child‹ seiner selbst. Um Herkunft und Identität, die Holocaust-Erfahrungen ihrer Eltern und die politischen Konflikte in ihrer Heimat Israel kreist das Schaffen Czernowins. In ›Birds‹ von 1984 stehen Vögel für die Sehnsucht, geteilte Himmel zu überwinden. Ein Schwellenwerk ist die im März 1889 uraufgeführte ›Petite Suite‹ von Claude Debussy. Sie fußt zwar noch auf französischer Romantik, ahnt aber gleichzeitig die Zukunft voraus. Auf der Pariser Weltausstellung 1889 wird Debussy wenig später die Gamelan-Musik aus Java kennenlernen. Mit ihr kreiert er seinen Impressionismus: eine klanglich neue französische Heimat und Identität. Auf seiner zweiten Reise nach London komponierte Haydn 1794/95 die Symphonie Nr.102. Sie könnte auch Haydns ›Kroatische‹ heißen, denn: Eine alte Weise aus dem Balkan-Land eröffnet den Finalsatz. Im burgenländischen Eisenstadt, wo Haydn auf Schloss Esterházy wirkte, leben bis heute viele »Burgenlandkroaten« (Gradiscanski Hrvati).
Das Konzert wird von BR-Klassik mitgeschnitten.
Im Schaffen von Claude Vivier und Chaya Czernowin ist diese Dialektik existenziell. Als Waisenkind unbekannter Eltern, Homosexueller und Frankokanadier sieht sich Vivier mehrfach ausgegrenzt. Die lebenslange Suche nach seiner leiblichen Mutter führt ihn nach Paris, wo er im März 1983 von einem Prostituierten ermordet wird. Drei Jahre zuvor gedenkt er mit ›Lonely Child‹ seiner selbst. Um Herkunft und Identität, die Holocaust-Erfahrungen ihrer Eltern und die politischen Konflikte in ihrer Heimat Israel kreist das Schaffen Czernowins. In ›Birds‹ von 1984 stehen Vögel für die Sehnsucht, geteilte Himmel zu überwinden. Ein Schwellenwerk ist die im März 1889 uraufgeführte ›Petite Suite‹ von Claude Debussy. Sie fußt zwar noch auf französischer Romantik, ahnt aber gleichzeitig die Zukunft voraus. Auf der Pariser Weltausstellung 1889 wird Debussy wenig später die Gamelan-Musik aus Java kennenlernen. Mit ihr kreiert er seinen Impressionismus: eine klanglich neue französische Heimat und Identität. Auf seiner zweiten Reise nach London komponierte Haydn 1794/95 die Symphonie Nr.102. Sie könnte auch Haydns ›Kroatische‹ heißen, denn: Eine alte Weise aus dem Balkan-Land eröffnet den Finalsatz. Im burgenländischen Eisenstadt, wo Haydn auf Schloss Esterházy wirkte, leben bis heute viele »Burgenlandkroaten« (Gradiscanski Hrvati).
Das Konzert wird von BR-Klassik mitgeschnitten.
12.11.2026, 20 Uhr Prinzregententheater
Sarah Aristidou, Sopran
Bas Wiegers, Dirigent
Programm
Claude Debussy,
Petite Suite (Orchestrierung Henri Büsser)
Claude Vivier,
"Lonely Child" für Sopran und Kammerorhester
Pause
Chaya Czernowin,
"Birds" für Streichorchester
Joseph Haydn,
Sinfonia Nr.102


